Chronisch erkrankt?

Chronisch erkrankt? Warum das Risiko für Gürtelrose Thema im Arztgespräch sein sollte

(djd). „Haben Sie Ihre Vorsorgetermine für dieses Jahr bereits vereinbart?“ Eine Routinefrage, die für Menschen mit chronischen Krankheiten besonders wichtig ist: Denn wer beispielsweise an Asthma, Diabetes oder Rheuma leidet, hat ein höheres Risiko für weitere Krankheiten wie Gürtelrose. Umso erstaunlicher sind die Ergebnisse einer internationalen Umfrage: Trotz häufiger Arztbesuche wird das Thema Gürtelrose nur selten angesprochen.

Gürtelrose bleibt bei chronisch Kranken oft unerwähnt

Die Hälfte der Befragten hat noch nie mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin über Gürtelrose-Vorsorge gesprochen, obwohl ihr Risiko um durchschnittlich 30 Prozent höher ist als bei gesunden Erwachsenen. Dabei zeigen die Erfahrungen von Betroffenen, wie ernst die Krankheit sein kann: Mehr als ein Drittel (38 Prozent) berichtete von starken Schmerzen, die das tägliche Leben beeinträchtigen, und über ein Viertel (28 Prozent) gab an, dass sie „nicht erwartet hätten, dass es so ernst wird“.

Die Ergebnisse verdeutlichen: Aufklärung über Gürtelrose sollte fester Bestandteil jeder hausärztlichen Beratung sein. Und: Es ist wichtig, dass Menschen mit erhöhtem Risiko die Vorsorge aktiv ansprechen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Gürtelrose-Impfung für Erwachsene mit erhöhtem Erkrankungsrisiko ab 18 Jahren und für alle ab 60.

Ärztliche Empfehlung als Schlüssel

Auf die zentrale Rolle der Hausarztpraxis verweist auch der Barmer Arzneimittelreport 2025: Er stellt den aktuell geringen Stellenwert der Gürtelrose-Vorsorge in ärztlichen Praxen dar und deckt große Unterschiede zwischen den Praxen auf. Der Report fordert eine intensivere Aufklärung und stärkere Integration der Gürtelrose-Vorsorge in die ärztliche Routineversorgung.

Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen diesen Appell: Denn 46 Prozent der chronisch Kranken über 50 würden über Gürtelrose sprechen, wenn ihr Arzt oder ihre Ärztin das Thema anspricht. Geriater und Internist Dr. Bludau betont dennoch, wie wichtig die Eigeninitiative von Patientinnen und Patienten ist: Sie sollten ihre Gesundheit aktiv mitgestalten und sich als „Partner des Arztes“ verstehen.

Dazu gehört, gezielt nach Vorsorge zu fragen und gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen, welche Maßnahmen sinnvoll und empfehlenswert sind. Denn Vorsorge spielt eine zentrale Rolle, um schwere Krankheitsverläufe und mögliche Komplikationen zu verhindern. Daher sollte man das Thema Gürtelrose aktiv ansprechen. Unter www.guertelrose-wissen.de gibt es weitere Informationen.

Foto: djd/GSK/Shutterstock