Landschaft mit langem Gedächtnis.

Mit dem Rad durchs Emsland, zwischen Moor und Megalithen

(djd). Über Auen und Moore blicken, Vogelstimmen im Wald hören, den Wind beim Radfahren spüren – und dazwischen immer wieder auf Spuren menschlicher Geschichte stoßen: Genau das geht in der Radregion Emsland. Im Nordwesten Niedersachsens gibt es allerhand Kultur in der Natur zu entdecken.

Durch Moorlandschaften bei Twist

Wer das Emsland besucht, kommt um Moore und Erdöl nicht herum. Seit 20 Jahren schützt der Naturpark Bourtanger Moor-Veenland die grenzüberschreitende Moorlandschaft des Emslandes, der Grafschaft Bentheim und der niederländischen Provinz Drenthe. Der Naturpark umfasst eines der bedeutendsten Moorgebiete Mitteleuropas – das Bourtanger Moor, das einst zu den größten zusammenhängenden Hochmooren Europas zählte. Heute zeigt sich hier eine Landschaft im Wandel mit renaturierten Hochmoorflächen, offenen Kulturlandschaften, Grünland und Wäldern, die vielen seltenen Tieren und Pflanzen ein Zuhause bietet und CO2 speichert.

All das lässt sich mit dem Rad auf der 60 Kilometer langen Moorland-Tour entdecken: Sie startet und endet in Twist, einer Gemeinde an der niederländischen Grenze, wo die flächenmäßig größten deutschen Erdölfelder auf dem Festland liegen. Kaum ist man raus aus Twist, taucht man ein in die facettenreichen Landschaften der Moore und eines EU-Vogelschutzgebiets, erkennt Spuren der Abtorfung und Renaturierung. Stationen entlang der Strecke sind die Aussichtsplattform im Naturschutzgebiet Geestmoor und das Emsland Moormuseum, in dem die Geschichte der Torfgewinnung lebendig wird.

Spuren der Steinzeit

Auch im Nordosten des Landkreises Emsland verbindet sich Landschaft mit Geschichte. Hier besteht seit zehn Jahren der Naturpark Hümmling, der sich durch viele kleine Wasserläufe und die Zeugnisse der Megalithkultur aus Jungsteinzeit und Bronzezeit auszeichnet. Radfahrende erkunden diese vielfältige Landschaft am besten auf der Hümmlinger Hügeltour.

Die etwa 71 Kilometer lange Rundstrecke startet und endet in Meppen, führt über sanfte Hügel, vorbei an Mühlen, der barocken Jagdsternanlage von Schloss Clemenswerth und zahlreichen Großsteingräbern. Bei Groß Berßen lohnt es sich, abzusteigen und einen kurzen Spaziergang zu machen: Hier liegt das Königsgrab, ein Ensemble mächtiger Findlinge, das Jahrtausende überdauert hat. Mehr Informationen finden sich unter www.emsland.com/natur.

Wer nach den beiden Touren noch nicht genug hat, kann mit der Radtour „Gärten und Moore“ das nördliche Emsland entdecken. Die 48 Kilometer lange Strecke führt durch und um Papenburg, die „Kräuterhauptstadt Deutschlands“. Gerade darin liegt der Reiz der Region: Die Wege erschließen nicht nur Landschaften, sondern immer auch ihre Geschichte.

Foto: djd/Emsland Tourismus/Schöning Fotodesign