Wer keine Angehörigen vor Ort hat, braucht Kommunikation und ein gutes Netzwerk
(djd). Eltern finden es selten schön, wenn die erwachsenen Kinder sich an einem weit entfernten Ort niederlassen und Besuche nur gelegentlich möglich sind. Besonders schmerzhaft zeigt sich das im Alter, wenn Pflegebedürftigkeit ins Spiel kommt. Für die Kinder bedeutet es Pendeln und die ständige Angst, im Notfall nicht rechtzeitig da zu sein. „Aber auch für die Pflegebedürftigen ist die Entfernung eine große Belastung.
Denn sie haben keine Person um sich, die sie bei Bedarf ohne große Hürde um Hilfe bitten können“, erklärt Annika Wissen von der Pflegeberatung compass. Dazu kommt, dass mit dem Alter der Freundeskreis oft kleiner und die möglichen Aktivitäten weniger werden. Vereinsamung droht. „Es ist deshalb für Betroffene sehr wichtig, Kontakte zu pflegen und sich wenn möglich auch vor Ort ein Netzwerk aufzubauen“, rät die Fachfrau.
Mit Beratung ein Netzwerk schaffen
So können Nachbarinnen und Nachbarn oder Bekannte gelegentlich nach dem Rechten sehen und im Notfall einspringen, bis die Angehörigen vor Ort sind. Ein Hausnotruf gibt zusätzliche Sicherheit. Alltägliche Hilfen etwa bei der Medikamenteneinnahme, beim Duschen oder im Haushalt leisten Pflege- und Betreuungsdienste. „Um die Versorgung bestmöglich zu koordinieren, solle man unbedingt Pflegeberatung in Anspruch nehmen.
Denn die Beraterinnen und Berater kennen alle Möglichkeiten und Leistungen der Pflegeversicherung sowie geeignete Anbieterinnen und Anbieter vor Ort“, so Wissen. Für die Pflegeberatung bei privat Versicherten ist beispielsweise compass zuständig und bietet zusätzlich kostenfreie Beratung für alle Anrufenden unter der Service-Telefonnummer 0800 – 101 88 00. Gesetzlich Versicherte können sich außerdem an die Pflegestützpunkte wenden, die bundesweit Beratung anbieten.
Soziale Kontakte pflegen
Neben der täglichen Versorgung sind menschliche Kontakte wichtig für das Wohlbefinden. Können Angehörige nur selten kommen, ist oft Tagespflege eine gute Idee. Dabei wird man ein- oder mehrmals die Woche von zu Hause abgeholt und zusammen mit anderen Pflegebedürftigen betreut und versorgt. Gemeinsame Mahlzeiten, Bewegungs- und Freizeitangebote sorgen für einen abwechslungsreichen Tag, bis es abends wieder nach Hause geht.
Eine Alternative kann eine Alltagsbegleitung sein, die regelmäßig ins Haus kommt. Anbieterinnen und Anbieter für unterschiedliche Pflegeleistungen finden sich auf Portalen wie www.pflegeberatung.de. Unersetzlich aber bleibt ein guter Kontakt zu den entfernten Lieben. Regelmäßige Telefon- oder Videogespräche geben Nähe, Rückversicherung und Raum für Absprachen. So bleibt die Verbindung auch über große Distanzen erhalten.
Foto: djd/compass private pflegeberatung
